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(Albert Einstein in "Die Evolution der Physik")
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Sich selbst
und andere besser verstehen:
Psychographie, eine Idee
Dass die Psychographie ein Modell, eine Idee oder Arbeitshypothese ist, gehört zu den selbstverständlichen Grundlagen der psychographischen Anwendung und Forschung. Auch wenn einige der vorgestellten Fragen die Grenze zur Biologie oder Physik überschreiten, entspringt dies mehr der Neugier als der Suche nach endgültigen Antworten. Grundidee und Anliegen der Psychographie ist, sich selbst und andere besser verstehen zu lernen.
Forschungsthemen rund um die Psychographie
Die 'Geburtsstunde' der modernen Psychographie schlug 1990, als Dr. Dietmar Friedmann sein Buch "Der Andere" veröffentlichte. Viele Fragen sind seither aufgetaucht und viele davon konnten inzwischen beantwortet werden - einige beschäftigen jedoch bis heute die Psychographen bzw. bieten sich als Forschungsgegenstand an:
1. Wie entstehen die Typen bzw. die beobachteten Typunterschiede? Sowohl Friedmann als auch Winkler haben hierzu Thesen entwickelt - keine konnte jedoch bisher im wissenschaftlichen Sinne bewiesen werden. Offensichtlich scheint, dass Kinder bereits während der Schwangerschaft deutliche Typunterschiede aufweisen; dies spricht dafür, dass es sich entweder um genetische Variabilitäten oder um eine "diskontinuierliche Modifikabilität" des Phänotyps (nicht des Genotyps) handeln könnte. Zu deutsch: alle Typen sind in den Genen angelegt - auf Grund unbekannter Einflussfaktoren bildet sich aber der eine oder andere davon aus. 1b. Gibt es objektive, biologische Typmerkmale? Das heißt, finden sich messbare Unterschiede zwischen den Typen, die unabhängig von psychographisch-analytischen Kenntnissen eine Typzuordnung ermöglichen?
2. Welche Typen leben (in Partnerschaften) bevorzugt zusammen? Folgt man hier dem Winkler-Modell, scheinen sich die "symetrischen" Beziehungen (also die 2 : 0 : 2 und die 1 : 2 : 1) häufiger zu finden als andere Kombinationen. Nach einer Erhebung im Rahmen des 'Institus für fachwissenschaftliche Psychographie" (Rudolph/Winkler) bei inzwischen über 400 Paaren (Stand August 2004), deren Persönlichkeitstyp bekannt ist, wurde eine Häufung bei der Kombination "Sachtyp-Mann, Handlungstyp-Frau" gefunden; dies könnte jedoch ein zufälliger Befund sein und muss durch weitere Forschung erhärtet werden.
3. Haben Schulkinder, die von typgleichen Lehrern unterrichtet werden, bessere Noten? Glaubt man Schülerberichten, entstehen starke Schwankungen in den sogenannten "schulischen Leistungen" nicht selten durch einen Lehrerwechsel - der Verdacht liegt nahe, dass dabei auch der Typ des Lehrers wechselt und somit Unterschiede entstehen. Auch bei der Bewertung von Leistungen, die einen subjektiven Eindruck beinhalten (z.B. Aufsätze, Erörterungen) oder bei der Vermittlung von komplexen Sachverhalten (Mathematik, Physik) scheinen Schüler bei typgleichen Lehrern besser abzuschneiden als bei typfremden.
4. Lassen sich durch die Anwendung psychographischer Kenntnisse messbare Unterschiede (z.B. im Verkaufserfolg, im Lernverhalten, in der Diplomatie, in der psychologischen Praxis) erzielen? In welchen Anwendungsfeldern ist die Psychographie besonders nützlich oder effektiv? Hierfür müssten geeignete Testverfahren (z.B. der Vergleich mehrerer, nach verschiedenen Methoden geschulter Verkäufergruppen) entworfen und unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden. Interessant ist die seit Anfang 2004 diskutierte Frage, inwiefern sich bei Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans die Merkmale der psychographischen Typen zeigen.
5. Lassen sich die Typunterschiede bereits während der Schwangerschaft eindeutig erkennen? Mütter mit typverschiedenen Kindern berichten zwar von subjektiven Unterschieden, eine fundierte Forschungsarbeit zu dieser Frage steht aber noch aus. Auch der Geburtsvorgang scheint bereits typspezifisch zu verlaufen, glaubt man entsprechenden Berichten.
6. Woher kommt die häufig zu beobachtende optische Ähnlichkeit sogenannter "psychographischer Zwillinge"? Schon bald nach Entdeckung der psychographischen Typen durch D. Friedmann wurde klar, dass auch die äußere Erscheinung einen Hinweis auf den Persönlichkeitstyp ermöglichte - jedoch nicht in jedem Fall. Durch die Differenzierungen Winkler's in "81 Untertypen" zeigte sich ein zusätzliches Phänomen: Gehören zwei Personen ähnlichen Alters zum gleichen psychographischen Untertyp, sind die Ähnlichkeiten häufig überdeutlich - so dass manchmal sogar von einem "Doppelgänger" gesprochen werden kann. (s. Beispiel zweier typgleicher Kinder)
Vermutlich hängt diese Frage mit Frage 1. zusammen.
7. Lassen sich die Typunterschiede (auch die der Untertypen) mit experimentellem Vorgehen messen? Ein Beispiel wären die offensichtlichen Unterschiede in der Erinnerungsfähigkeit zwischen "Vergangenheitsorientierten" und "Gegenwartsorientierten" - oder die unterschiedliche starke Wahrnehmung von "Machern" und "Fühlern".
8. Gibt es Intelligenzunterschiede zwischen den psychographischen Typen (z.B. zwischen "Denkern" und "Fühlern"? Oder spiegeln die Ergebnisse verschiedener Intelligenztests nur wieder, ob sich die (typische) Intelligenz des Testautors und des Testkandidaten gleichen?
9. Welchen Einfluss hat der psychographische Typ auf praktische Lebenserfahrungen? Als Untersuchungsfelder kämen hier z.B. die Häufigkeit (und Art) von Verkehrsunfällen, die Berufswahl, die Unterschiede in Erfolgsstrategien, Partnerwahl, Geldanlagestrategien, Umgang mit Krediten etc. in Betracht.
10. Gibt es typspezifischen Krankheiten? Wirken Medikamente bzw. Verschreibungen je nach Typ unterschiedlich? So scheint es bei Handlungstypen eine Bevorzugung für Herzkrankheiten zu geben; sie profitieren offensichtlich besonders von Ruhezeiten - Sachtypen reagieren dagegen besonders positiv auf körperliche Aktivität.
11. Eine spannende Frage: Leben Sachtypen am Längsten und Handlungstypen am Kürzesten? Diese Frage wäre vielleicht von Bedeutung für die Versicherungswirtschaft oder die Rentenberechnung ...
12. Noch eine letzte, ungewöhnliche Beobachtung, für die es keine plausible Erklärung zu geben scheint (hängt vermutlich mit der Antwort auf Frage 1. zusammen): Wieso haben Mütter mit drei Kindern häufiger als statistisch zu erwarten drei typverschiedene Kinder? Die beobachtete Quote liegt ca. bei 1 : 2 - rein rechnerisch dürfte sie nur bei 1 : 4,5 liegen. Diese Zahl müsste jedoch durch eine größere Erhebung erhärtet werden.
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