"Ich nehme wahr, also bin ich."

(Antwort von Frau Descartes auf ihren Mann)

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Typenbilder der Untertypen: Fühler

 

Was versteht man unter Fühler?

Als Fühler werden Menschen bezeichnet, die 'Fühlen' bevorzugen und dafür 'Denken' vernachlässigen. Fühlen meint dabei 'Reize aufnehmen' (hören, sehen, schmecken, tasten).

 

Woran erkennt man (sich als) Fühler?

- können sehr genau zuhören oder wahrnehmen, was geschieht

- lesen gerne, hören viel Musik oder sehen lange fern

- leiden häufig unter ihrem Gefühlsleben, z.B. durch raschen Wechsel von Gefühlen oder durch heftiges Mitleiden mit anderen (auch mit Tieren)

- Nachdenken (das Verarbeiten von Reizen) fällt ihnen schwer, hilft in der Regel aber weiter

 

Tipps für den Umgang mit Fühlern:

Fühler nehmen Reize ausgeprägter wahr als andere und benötigen mehr Zeit, um sie zu verarbeiten. Für Nicht-Fühler bleiben daher manche Reaktionen (z.B. spontane Tränen) ein Rätsel und sollten nicht vorschnell interpretiert werden. Oft zeigt sich hinterher, dass ein Fühler etwas früher wahrgenommen hat als sei-ne Umgebung bzw. dass er sich emotional stärker betroffen zeigt als Denker oder Macher - und er dann seinen ersten Eindruck nachträglich korrigiert.

 

Typische Fühler-Probleme und -Lösungen

Fühler sind spezialisiert auf die Reizaufnahme und machen davon reichlich Gebrauch. Häufig können sie dann die Flut an Informationen gar nicht mehr aufnehmen oder verdauen. Dies führt leicht zu einem unbefriedigten, oberflächlichen Lebensgefühl und verstärkt noch ihre häufigen Stimmungsschwankungen. Lösungsansätze finden sich für Fühler somit meist im Verarbeiten oder Bedenken der Eindrücke bzw. im Einschränken der Reizaufnahme. Statt z.B. drei Bücher zu lesen, können sie dasselbe Buch dreimal lesen und es so tiefer verinnerlichen.

 

Tipps für den Umgang mit Fühler-Kindern

- machen Sie sich keine Sorgen, wenn es als Reaktion auf ein Ereignis spontan weint &endash; meist ist es genauso rasch wieder fröhlich; Ihr Fühler-Kind zeigt damit, was der Eindruck bei ihm spontan auslöst

- nehmen Sie Ihrem Fühler-Kind das Denken nicht ab; stellen Sie sich öfters 'dumm' und bringen es so dazu, selbst nachzudenken

- achten Sie darauf, dass es nicht zu lange liest, Musik hört, isst oder fernsieht - es braucht viel Zeit, Ruhe oder Schlaf, um alles zu verdauen

- fördern Sie eigenes Denken und anerkennen Sie es, wenn es von sich aus über seine Gedanken redet - geben Sie ihm aber auch Gelegenheit, seine Freude, sein Leid oder seinen Ärger auszudrücken (z.B. über Malerei, Musik oder Tanz)

 

Beispiel für einen Fühler:

Frederic ähnelt sehr seiner Mutter, merkten Eltern und Geschwister schon kurz nach der Geburt. Er hatte den gleichen wachen Blick, wenn er Stimmen oder Musik hörte, und konnte Stunden damit verbringen, seine Lieblingskassetten zu hören und dabei aus dem Fenster zu sehen. Sein feinfühliges Wesen machte es ihm nicht immer leicht, sich die Welt mit ihren Feindseligkeiten auf Abstand zu halten.

Bereits in der Grundschule brach er von jetzt auf nachher in Tränen aus, etwa, wenn die Lehrerin ein Bild von einem angefahrenen Igel oder Hasen zeigte. Er konnte aber kurz darauf lauthals lachen, wenn jemand einen Witz über tote Hasen zum Besten gab. Zu Hause wiederholte sich dann die Szene, wenn er seiner Mutter vom Unterricht erzählte. Von ihr fühlte er sich auch verstanden, sie nahm seine Sorgen ernst und teilte seine kleinen Freuden, denen die Geschwister nichts abgewinnen konnten. Sie lobte ihn für die Bilder, die er malte - meist Sonnenuntergänge oder Blumen in allen Farben - so dass man seinem Wunsch, Kunstmaler zu werden, gute Chancen einräumte.

Wäre da nicht die Musik gewesen, die ihn noch stärker faszinierte und ihn Kritiker bei einer Fachzeitschrift für klassische Musik werden ließ. Er hat es geschafft, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen - und er hat gelernt, die Augen zu schließen und die Stille zu genießen.

 

Text aus: Winkler/Rudolph: Lösungsorientierte Menschenkenntnis - Psychographie für Einsteiger (2002).

 

Typenbilder der Grundtypen: Sachtyp/Zeittyp Handlungstyp Beziehungstyp

Typenbilder der Untertypen*:
Im Zeitbereich:
Vergangenheitsorientierte, Zukunftsorientierte, Gegenwartsorientierte
Im Tätigkeitsbereich:
Macher, Fühler, Denker
Im Beziehungsbereich:
Du-Bezogene, Ich-Bezogene, Wir-Bezogene

 * Die Untertypen-Ausprägungen kommen bei allen drei Grundtypen vor - wenn jedoch die Farben von Grundtyp und Untertyp übereinstimmen, verdeutlicht das die Ausprägung des Grundtyps (also z.B. ein vergangenheitsorientierter, Ich-bezogener Sachtyp, der zusätzlich Denker ist wäre die extremste Form des Sachtyps etc.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright für alle
Seiten/Texte: Werner Winkler,
Fellbach, 2002-2006